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So ist's passiert

Flynn Todd

Ich hatte schon immer eine Affinität zu Stiften, Blöcken

und allem Kram, der mit „Schreiben“ zu tun hat. Bereits in frühester Kindheit gab ich einen Großteil meines Taschengeldes für Bürokram aus. Nach jedem Kauf fragte ich mich „wieso kaufst du dir denn so einen Mist - und was willst du damit?“.

Stifte und Blöcke aller Art stapelten sich Jahre über Jahre. Dann war es plötzlich soweit: Im Fernsehen lief „Teen Wolf“, und Protagonist Stiles Stilinski wurde von einem fiesen Dämon heimgesucht.

In diesem Moment sprach meine innere Stimme: „Mein Gott, dieser Dylan O’Brien kann ja wirklich alles spielen!“ - eine andere Stimme, wohl auch in meinem Kopf, kommentierte diesen Gedanken und antwortete: „…und du kannst alles Schreiben!“.

Noch am selben Abend setzte ich mich auf den Rand meines Bettes und schrieb das erste Kapitel des Buches „Warmes Blut auf weißem Sand“. Die Blackfin Boys wurden geboren. Stifte und Blöcke wurden von diesem Zeitpunkt an stark beansprucht.

Seit April 2009 warte ich auf eine Spenderniere.

Bis dahin muss ich mich mit einer täglichen Dialyse herumschlagen. Ich habe noch viel vor und möchte auch noch viele Abenteuer der Blackfin Boys zu Papier bringen. Ich hoffe, dass ich dafür noch genug Zeit habe. 

                Im Endeffekt bleibt mir fast keine andere Tätigkeit, die zur Alternative steht. Als ich vor über zehn Jahren mit der Dialyse angefangen hatte, war mir klar, dass ich eines Tages so schwach werden würde, dass ich keinen "normalen" 9-to-five-Job mehr ausführen kann.

 

Im September 2019 war es dann so weit

- die Bauchfelldialyse, die ich täglich fünf Mal zu Hause durchführe, entgiftete plötzlich nicht mehr so gut. Absolute Schlappheit, ständige Übelkeit und Schwindel sind fortan meine treuen Begleiter. Taube Füße und Schmerzen in den Beinen sind die Folge der ständigen Vergiftung, mit der mein Körper klarkommen muss. 

Die Tätigkeit als Autor gibt mir die Chance, Geld zu verdienen

ohne körperliche Anstrengungen.  Die Energie, die ich täglich aufbringen kann, benötige ich z.B. fürs Treppensteigen und die ganz alltäglichen Dinge wie die Fortbewegung. 

Ja, ich schreibe nicht nur, weil mein Kopf vor lauter Phantasie zu platzen droht, sondern weil ich auch Kohle verdienen will. Ich habe keinen Bock, jeden Tag einfach nichts zu tun und auf ein Spenderorgan, oder auf den Tod zu warten. Neben meinem Bett steht eine Schaufel. Falls der Sensenmann unerwartet vorbeikommen sollte, werde ich ihm diese mit voller Wucht in sein knochiges Gesicht schlagen. 

Irgendwie versuche ich

aber jeden Tag, auf diese unschönen Probleme einen großen Haufen zu kacken. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Wobei eigentlich hier eine große Rolle spielt. 

Ansonsten gibt es viele Dinge, auf die ich scheiße. Ich versuche aber stets, dies auf eine elegante Art und Weise zum Ausdruck zu bringen.

Aber das war schon immer so : -)

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